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Autonome Flugtaxis: Kitty Hawk stellt seinen Betrieb ein

Andreas Wilkens

2022-09-22T12:30:00+02:00

Gut zehn Jahre nach der Gründung hat es mit Larry Pages Flugtaxi-Startup ein Ende. Ein Kind des Unternehmens wird aber weiter leben.

Das 2010 unterstützt von Google-Gründer Larry Page gegründete Flugtaxi-Startup Kitty Hawk stellt seinen Betrieb ein. Das geht aus einer kurzen Mitteilung des Unternehmens auf Twitter hervor. Eine Begründung für den Schritt gibt es nicht, es gibt auch noch keine Einzelheiten dazu, was als nächstes passieren soll.

Die Kitty Hawk Corporation ging aus aus dem Unternehmen Zee Aero hervor, das 2010 vom deutschen Unternehmer Sebastian Thrun gegründet worden war, der vormals Mitglied im Google-Vorstand und dort unter anderem für die Forschungsabteilung Google X zuständig war. Page hatte Thrun und den Stanford-Professor Ilan Kroo für Kitty Hawk angeworben, um ein elektrisches Flugzeug zu entwickeln, das vertikal starten und landen kann (eVTOL).

Wisk nicht betroffen

2014 konnte Zee Aero ein erstes Demonstrationsflugzeuge vorzeigen, 2015 folgte mit dem "Flyer" ein ultraleichtes elektrisches Flugzeug, das über Wasser fliegen sollte. Diese Entwicklung wurde 2020 aufgegeben. Ein weiteres Projekt war mit dem Heavyside ein Flugzeug mit Kipprotoren, 2018 folgte das Lufttaxi Cora. Dieses wird in dem 2019 von Kitty Hawk und Boeing gegründeten Joint Venture Wisk weiterentwickelt. Dieses Gemeinschaftsunternehmen sei von Kitty Hawks Ende nicht betroffen, schreibt es auf Twitter.

2019 stellte Kitty Hawk den einsitzigen Heaviside H2 vor. Die flog in Versuchen gut 160 km mit einer maximalen Geschwindigkeit von 290 km/h. Dabei soll das Fluggerät leiser als ein Hubschrauber gewesen sein. Auf dieser Basis sollten Flugtaxis entstehen, die ferngesteuert werden und kleiner, leichter und leiser als andere eVTOL-Lufttaxis sein sollten. Zuletzt arbeitete Kitty Hawk mit der US Air Force zusammen, um die Technik für autonome Flugzeuge zu entwickeln.

Cora ist ein elektrischer Flieger für zwei Personen, der senkrecht starten und dann wie ein Flugzeug fliegen kann, also keine Start- und Landebahn benötigt. Boeing hatte dieses Jahr für das Projekt 450 Millionen US-Dollar bereitgestellt.

(anw)