heise online

Tiktok untersagt politische Werbung von Politik-Accounts

Oliver Bünte

2022-09-21T17:42:00+02:00

Regierungen, Politiker und politische Parteien können auf Tiktok keine Werbung mehr schalten und auch keine Wahlspendenaufrufe starten oder Geld erhalten.

Tiktok hat seine Richtlinien geändert, sodass Werbung über offizielle Accounts von Regierungen, Politikerinnen und Politiker sowie Parteien nicht mehr geschaltet werden kann. Dies teilte Tiktok am Mittwoch mit. Der Kurzvideodienst verspricht sich davon, dass die Nutzer-Community im Umfeld von Wahlen ausgewogenere Informationen erhält und weniger Falschinformationen verbreitet werden.

Tiktok geht nach eigenen Angaben bereits seit geraumer Zeit gegen politische Werbung vor. Bisher sei solche Werbung, die über bezahlte Anzeigen oder über bezahlte Creatorinnen und Creatoren erfolgt ist, auf Werbeanzeigenebene gegebenenfalls entfernt worden. Nun verhindert Tiktok, dass alle offiziellen Politik-Accounts Werbung schalten können. Diese Accounts erhalten grundsätzlich keinen Zugang mehr zur Werbefunktion von Tiktok.

Da es für Regierungen aber wichtig sein kann, bestimmte Kampagnen, wie etwa zur Corona-Pandemie, durchzuführen, würden Ausnahmen gemacht. Die Account-Inhaber müssen sich dafür allerdings künftig direkt an Tiktok wenden.

Kein Geld mehr über Tiktok

Inhaber von Politik-Accounts haben zusätzlich keine Möglichkeit mehr, die Monetarisierungsfunktionen von Tiktok zu benutzen. Das bedeutet konkret, dass sie kein Geld mehr bekommen können. Zugleich können die Account-Inhaber auch kein Geld mehr verschenken. Das Gleiche gilt für "Trinkgelder". Der Zugang zu E-Commerce-Funktionen sowie die Möglichkeit, am Creator Fund zu partizipieren, wird gestrichen.

Werbung für Wahlkampfspenden soll in Zukunft ebenfalls untersagt sein. Derzeit werden die Richtlinien entsprechend überarbeitet. Sie sollen dann in ein paar Wochen gelten. Betroffen davon sind auch Videos, in denen Politiker oder politische Parteien zu Wahlkampfspenden aufrufen.

(olb)